Implizites vs. explizites Wissen

Der Unterschied zwischen schwer greifbarem Erfahrungswissen und dokumentierbarer Information.

Einordnung

Die Unterscheidung zwischen implizitem und explizitem Wissen geht maßgeblich auf den Philosophen Michael Polanyi zurück und ist ein zentrales Konzept im Wissensmanagement.

Explizites Wissen

Explizites Wissen ist Wissen, das:

  • bewusst vorhanden ist
  • klar formuliert werden kann
  • dokumentierbar und speicherbar ist

Typische Beispiele:

  • Handbücher
  • Anleitungen
  • Prozessbeschreibungen
  • Richtlinien

Explizites Wissen lässt sich vergleichsweise leicht weitergeben, da es von der Person gelöst und in eine feste Form gebracht werden kann.

Implizites Wissen

Implizites (tacit) Wissen ist Wissen, das:

  • erfahrungsbasiert ist
  • oft unbewusst angewendet wird
  • schwer oder gar nicht vollständig formulierbar ist

Beispiele:

  • Erfahrungswerte
  • Intuition
  • situative Entscheidungen
  • „Gefühl dafür, wie etwas funktioniert“

Implizites Wissen ist eng an Personen und konkrete Situationen gebunden.

Abgrenzung

Der zentrale Unterschied liegt nicht im Wert, sondern in der Form der Zugänglichkeit. Während explizites Wissen festgehalten werden kann, zeigt sich implizites Wissen meist erst im Handeln.